Das Recht des Fischens der Blutegel in Kleinasien (Türkei)

Nach J. Martin gehört das Recht des Fischens je nach den Ländern entweder den Gemeinden, oder den Grundherren, oder millitärischen Behörden, oder den Pächtern.

In Frankreich steht dieses Recht allen Sumpfeigenthürmern zu.

In Constantinopel pflegt der bestimmte Tag, wo man eine Pachtung übernimmt, der 13. März zu sein. Der Wille des türkischen Ministers entscheidet sich für den Pächter. Der Tag, an welchem der Pacht abläuft, ist der 12.März, jedoch wird eine Pachtung zuweilen auf mehre Jahre übertragen.

Dieses bleibt sich nicht in allen türkischen Ländern gleich; so lässt z. B. der Pascha von Trebisond (Trabzon) für seine eigene Rechnung fischen und übegiebt das Ergebniss direct an Kaufleute in Constantinopel, die nun die Blutegel wiederum für ihre Rechnung nach Triest, nach Marseille u. s. w. Expedieren. Der grösste Theil der türkischen Sümpfe ist an Griechen, oder Amerikaner verpachtet. Der Ertrag den die türkische Regierung aus Verpachtung der Sümpfe in der Türkei und Kleinaisen bezieht beträgt 2 Millionen Piaster oder 433,331 Francs 60 Centimen.

Einer deutschen Zeitung zufolge soll die türkische Regierung an eine englische Compagnie das Fischen der Blutegel auf zwei Jahre für 1,485,900 Piaster verpachtet haben.

Originaltext (Seite 99):

Die Blutegelzucht, Nach der Monographie des Sangsues médicinalis, par M. Ch. Fermond, deutsch bearbeitet von Dr. Christ. Heinr. Schmidt, zweite vermehrte Auflage, Weimar, 1859, Verlag, Druck und Lithographie von Bernhard Friedrich Voigt



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