Sorgfalt, welche während der Reise auf die med. Blutegel zu verwenden ist

 In der Anstalt zu Smyrna, wo wie wir weiter oben angegeben haben, die Blutegelsüpfe zweckmässig eingehegt worden sind, hat man auch eingesehen, dass man diese Thiere nicht zu stark anhäufen dürfte, und eine grosse Verbesserung ist in dieser Beziehung in den Tonnen eingetreten, in welchen die Blutegel versendet werden.

Man hat Sorge getragen, Tonnen von ungefähr 1 Meter Durchmesser und ½ Meter Tiefer anzuwenden, die zugleich unten weiter als oben sind, und in welche man gewöhnlich nur 300 Blutegel bringt. Man wählt eine Thonerde, welche die Umgehend von Smyrna in trefflicher Qualität für diesen Zweck darbietet. Man zerklopft sie sorgfältig und verwandelt sie dadurch in ein fast ungreifbares Pulver. Man weicht sie nun mit Wasser auf und durchknetet sie sorgfältig, indem sie zuerst mit nackten Füssen und dann mit den Händen bearbeitet wird, um sie in einen ausgeglichenen Teig zu verwandeln, der in seinem Innern keinen Wassertropfen enthält, weil er dann austrocknen und dadurch die Blutegel tödten würde.

Diesen Thonteig bringt man nun in die Tonnen, so dass dieselben zur Hälfte damit gefüllt werden; und wenn nun die Blutegel sorgfältig ausgewählt, gezählt und gewogen worden sind, so knetet man sie gleichsam in diesen Thon, so dass bald die ganze Masse, welche eine schöne gelbe Farbe besitzt, die schwarze Farbe der Blutegel durchschimmern lässt und Aehnlichkeit mit gewissen Kuchen besitzt, welche reichlich mit Corinthen ausgestattet sind. Jede Tonne wird danndann mit einem Deckel aus Weissblech verschlossen, der mit vielen kleinen Löchern versehen ist und auf die Tonne festgenagelt wird. So können nun die Tonnen verladen werden.

Wie man sieht, haben die Blutegel Raum, mehr Luft und befinden sich unter bessern Bedingungen der Erhaltung, als bei der gewöhnlichen Versendungsart. Indessen wird man zugeben, dass dieses Verfahren noch nicht so vollkommen, als man wünschen könnte.

Originaltext (Seiten 234 – 235):

Die Blutegelzucht, Nach der Monographie des Sangsues médicinalis, par M. Ch. Fermond, deutsch bearbeitet von Dr. Christ. Heinr. Schmidt, zweite vermehrte Auflage, Weimar, 1859, Verlag, Druck und Lithographie von Bernhard Friedrich Voigt.

 

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