Blutegel in Bulgarien

Während in den übrigen Landern Europa's die Blutegel, in Folge des Überhand genommenen Gebrauches, welchen die Medicin davon macht, seltener geworden sind, finden sie sich in Bulgarien im Ueberfluss. Man fangt sie dort in den zahlreichen Seen und andern morastigen Orten. Ihre Ausfuhr ist nur denen gestattet, welche von dem türkischen Ministerium in Konstantinopel unmittelbar das Monopol dazu gekauft haben, wogegen die Regierung es Niemandem verbietet, Blutegel zu fangen und anzuwenden; nur der Verkauf ohne Einwilligung der Pächter ist nicht gestattet. Diese Pächter der Grundslücke kaufen nämlich das Recht der Ausfuhr dieses für die Menschheit so wichtigen Artikels von der türkischen Regierung für alle Provinzen des Reiches, und treten dieses Recht dann wieder an andere ab.

In Konstantinopel befindet sich die Hauptniederlage des vornehmsten Pächters, eines griechischen Unterthans, Dimitrius Sakellaridis, der dafür jährlich einen Pachtzins von 15,000 Franken an die Pforte zahlt, und die Anzahl der jährlich aus Bulgarien nach Konstantinopel geschafften Blutegel belauft sich auf 70 - 80 Centner. (Das Ausland, 1857, S. 143.) -g.

Originaltext (Seiten 204 – 205):

Neues Repertorium für Pharmacie,Unter Mitwirkung von herausgegeben von Buchner, Band VI. München, Buchhandlung von Christian Kaiser, 1857.

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